|
|
| |
| Im Beitrag 5
berichtete ich über die Verklebung meiner zwei
neuen Großaquarien. Da die beiden Becken ja
nicht gerade klein sind und natürlich
"standesgemäß" eingerichtet werden sollten, blieb
nur die Verwendung von künstlichem Gestein.
Diese Variante hat gegenüber der Verwendung von
echtem Gestein viele Vorteile. Zum einen kann
man die Steine genau so herstellen, dass sie
optimal ins Aquarium passen, zum anderen sind
sie bei weitem nicht so schwer wie echtes
Gestein. Ein weiterer Vorteil besteht darin ,
dass hinter dem Felsen eine große Höhle
entsteht, die von den Fischen genutzt werden
kann. Das wäre auch besonders für große
Buntbarsche wie z. B. C. frontosa ideal. Hat man
wie ich kleinere Buntbarsche kann man die großen
Höhlen mit kleineren Steinen, Blumentöpfen oder
Rohrstücken ausstatten.
|
| |
 |
An diesem halb
fertigen Kunstfelsen sieht man sofort, dass er
für eine Aquarienecke gebaut wurde, in die er
haargenau passt! Mit natürlichem Gestein wohl
kaum möglich, abgesehen vom Gewicht eines
massiven Felsbrockens mit dem Abmessungen 65 x
72 x 25 (B x H x T in cm), dieser hier wiegt ca.
15 kg!! |
 |
 |
Im ersten Arbeitsgang werden
Holzplatten im rechten Winkel verschraubt.
Dieses Eck stellt quasi die Boden- und
Rückscheibe des Aquariums dar. |
 |
 |
Auf die Holzkonstruktion werden
Styroporstücke in verschiedenen Formen und
Dicken gelegt. So wird die grobe Form des
Felsens gestaltet. Dabei geht es allerdings
nicht so genau zu. |
 |
 |
Auf das Styropor kommt eine
Lage Plastikfolie, die verhindert, dass sich der
Mörtel mit dem Styropor verbindet. Die
Plastikfolie kann mit Klammern auf dem Holz
festgetackert werden, das ist allerdings nicht
unbedingt erforderlich. |
 |
 |
Wichtig ist nur, dass die
Plastikfolie keine Löcher hat, damit sich der
Mörtel nicht mit dem Styropor oder dem Holz
verbinden kann, da sonst das Entfernen der Form
sehr schwierig wird. |
 |
 |
Auf die Plastikfolie werden
Streifen aus handelsüblichem Putzgitter gelegt.
Die Streifen sollten natürlich großzügig
überlappen um eine optimale Festigkeit zu
garantieren. Es werden deshalb
Putzgitterstreifen verwendet, weil sich ein
einziges Stück niemals an die Felsenform
anpassen lassen würde. |
 |
 |
Der Mörtel wird vorbereitet.
Die etwas sportlicheren könnten den Mörtel auch
per Hand anrühren, ich bevorzuge bei diesen
Mengen allerdings die elektrische Variante.
Für einen Felsen dieser Größe werden ca. 2
solche Eimer Mörtel benötigt, das entspricht ca.
10 Liter. |
 |
 |
Beim Mörtelauftrag zeigt sich
warum das Putzgitter so wichtig ist. Der weiche
Beton würde auf der Plastikfolie natürlich
wegrutschen. |
 |
 |
Beim Auftragen des Mörtels ist
darauf zu achten, dass das Putzgitter ganz
bedeckt wird. In diesem Fall wurde übrigens
ganz normaler Portland - Kalksteinzement aus dem
Baumarkt verwendet. Der muss im Gegensatz zum
Aquarienmörtel einige Tage gewässert werden. |
 |
 |
Der Mörtel ist aufgetragen,
jetzt geht es an die Oberflächenbehandlung. |
 |
 |
Zunächst wird der frische Mörtel
mit einer Kelle oder Spachtel einigermaßen
geglättet. |
 |
 |
Jetzt kann man nach Geschmack
mit einem Lappen die Oberfläche glätten. Mit
etwas Übung ist es möglich, fast jede natürliche
Felsoberfläche von glatt bis scharfkantig zu
kopieren. |
 |
 |
Links vorne kann
man den Effekt des Glättens schon recht gut
erkennen. In diesem Fall soll der Fels eher
glatt wirken, ähnlich einem Flusskiesel. |
 |
 |
Der frisch
modellierte Stein muss nun je nach Temperatur
mindestens einen Tag trocknen, bevor er aus der
Form genommen werden kann. Besser man wartet zwei Tage. |
 |
 |
Nachdem die
Holzform zerlegt ist, kommt das Styropor wieder
zum Vorschein. |
 |
 |
Jetzt kann das
Styropor bequem entfernt werden. ABER Vorsicht,
der Mörtel ist nach einem Tag meist noch nicht
voll ausgehärtet und noch nicht voll belastbar. |
 |
 |
Nachdem die Folie
entfernt ist, sollte man den Felsen
sicherheitshalber noch einen Tag (auch von der
anderen Seite) trocknen lassen. |
 |
 |
Nachdem der Stein
komplett getrocknet ist, wird das überschüssige
Putzgitter mit einem Messer abgeschnitten. Die
Kanten sollten unbedingt geschliffen werden um
Verletzungen bei den Fischen zu vermeiden. Dazu
reicht ein Schleifpapier mit einer 100er Körnung
völlig aus. |
 |
 |
Mit etwas Übung und
mehreren Arbeitsdurchgängen lassen sich auf
diese Art recht imposante Aquarieneinrichtungen
gestalten. Obwohl die Steine nicht besonders
schwer sind, sollten sie dennoch auf Styropor
gestellt werden. |
 |
 |
Hier ein etwas
flacherer Stein, der als Verkleidung der
Seitenscheibe dient. Links erkennt man wieder
einen Eckstein für dessen Fertigung drei
Holzplatten aneinander geschraubt wurden.
Jedes erdenkliche Maß und jeder beliebige
Winkel ist möglich. |
 |
 |
Hier die
Verkleidung des Überlaufschachts. Hinter dem
Stein könnte man mit Rohren, Blumentöpfen oder
kleineren Steinen eine Höhlenlandschaft für
kleinere Fische bauen. So ist der Raum optimal
genutzt. Man beachte die Größe des Felsens! Das
Aquarium ist 80 cm hoch, mit einem Naturfelsen
undenkbar. |
 |
 |
Die künstlichen
Felsen werden mit einigen cm Luft an die
Scheibe gestellt, damit die Fische bequem in die
Höhle gelangen können und eine gewisse
Wasserzirkulation ermöglicht wird. |
 |
 |
Wer große Fische
halten will, ist mit der Einrichtung jetzt
eigentlich schon fertig. Für kleinere Tiere (in
diesem Fall Tropheus) empfiehlt es sich die
Einrichtung mit kleineren Steinen zu verfeinern. |
 |
 |
Das fertige Becken.
Mit etwas Granit verfeinert und mit Algen
überzogen ist kein Unterschied zu echten Felsen
erkennbar. Der Stein aus den Fotos oben steht
hier an der rechten Seitenscheibe. Aquarienmaße
200 x 100 x 80 cm (L x T x H). |
 |
 |
Und hier mit
Lochgestein kombiniert. |
|
|
|
|
Weitere Informationen: Die Steine bestehen nur
aus Mörtel und Sand. In diesem Fall wurde nur
sehr billiger Portland - Kalksteinzement aus dem
Baumarkt und Sand aus der Kiesgrube verwendet -
ohne Probleme. Das Mischungsverhältnis beträgt
in diesem Fall 1 Teil Zement / 2 Teile Sand.
Damit die Steine natürlich aussehen sollte man
keinesfalls irgendwelche Harze oder Lacke
verwenden!!!! Das ist auch keinesfalls
notwendig. Zur Farbgestaltung könnte allerdings
Abtönfarbe (auch im Baumarkt erhältlich) direkt
in den Mörtel eingerührt werden. Statt des hier
verwendeten Mörtels kommen natürlich noch andere
Varianten in Frage z.B. Fliesenkleber, damit
habe ich allerdings keine Erfahrung und kann
demzufolge keine näheren Ratschläge dazu geben.
Wer ein Weichwasseraquarium betreibt, sollte
unbedingt auf Aquarienmörtel, also
Portlandzement (auch als Weißer Zement bekannt)
zurückgreifen, da dieser auch unter CO² -
Einfluss und in sauerem Wasser keinen Kalk
abgibt. Für weitere Fragen stehe ich ihnen
gerne hier "Rede und Antwort":
Forum |